Barbara Eichhorn

INNERER KOMPASS

Artist Talk | AT


Die in Wien lebende Künstlerin Barbara Eichhorn, die sich explizit als Zeichnerin versteht, zeigt in diesem Rahmen Auszüge aus ihrem 70-teiligen Werkzyklus „Der innere Kompass“. In diesem verknüpft sie auf sehr sensible Weise botanische Bildelemente mit handgeschriebenen Textpassagen. Die 2016 entstandene Arbeit umfasst 4 Kapitel – das vierte Kapitel wird nun bis zum 30. Juni als konzentrierte Setzung auf der großen Ausstellungsfläche des GiKaMu zu sehen sein.

Die Künstlerin schreibt zu dieser Serie: „Handschriftlich zusammengetragene Textauszüge verschiedener Autoren bilden in Form und Inhalt ein Nachdenken über den Zustand unserer Gesellschaft, ein Ordnen der Flut an täglichen Informationen und Meinungen und ein Sortieren der eigenen Gedanken. Über den Texten liegen in zweiter Schicht Frottagen von getrockneten Pflanzenblättern, so dass die Texte nur noch bruchstückhaft zu lesen sind und in dieser Lückenhaftigkeit im Kopf des Betrachters – sofern meine Handschrift überhaupt lesbar ist – eigene Geschichten entstehen. Die Pflanzen sind wahllos gepflückte Wiesenpflanzen und Unkraut, teilweise von Schnecken zerfressen. In ihrer Fragilität stehen sie für die Brüchigkeit unseres Seins, für gegenwärtige Gesellschaftsordnungen und -zustände.

Barbara Eichhorn (*1965 in Freising) studierte Akademie für Bildende Künste in Wien. 2009 erhielt sie das Staatsstipendium für bildende Kunst der bmukk Wien. 2011 wurde sie mit dem Gerhard und Birgit Gmoser-Preis für Gegenwartskunst und 2013 mit dem Preis der Stadt Wien für bildende Kunst ausgezeichnet.

In Kooperation mit dem Gießkannenmuseum.

-----------

Freitag, 28.6.
18 Uhr

Gießkannenmuseum
Sonnenstraße 3
35390 Gießen