Simone Isenmann

We need dreams

Partizipative Performance | DE, FR


Das Projekt „We Need Dreams“ ist gedacht als Dauerperformance, als gemeinschaftliches Experiment mit offenem Ausgang, ohne Erwartung oder Wunsch eines Happy Ends.

„Was eine Künstlerin ist und was sie sein sollte und könnte. Wie kann ich das sagen und wo passt das in ein schaumiges Kapitalgefusel, dass man „Gesellschaft“ nennt? (Gesellschaft: beeinhaltet Geselligkeit, wurzelt im Wort Geselle, welcher eine arbeitende Person einer arbeitenden Gruppe ist. Die Gesellenschaft war die Gruppierung der Arbeitenden welche ähnlich einer Gewerkschaft sich für die Rechte der
Gesellen einsetzte. Gesellschaft ist also demnach nur das arbeitende Volk im Rahmen eines auf Produktion ausgerichteten Systems?).
Hören wir „Gesellschaft“, dann hören wir unbewusst auch: Klassendenken, Status, Ruhm oder nicht, kaufen, haben, funktionieren, Schein, Hierarchien, Perlen vor die Säue, ARBEIT!
In diesem Rahmen ist eine Künstlerin eine die produziert: Amüsement, Befriedigung der Sinne für Ästhetik, für Unterhaltung. Ein bunter Vogel in einem vergoldeten Käfig aus Plastik, sein Werk eine Ablenkung.
Freiheit?
Wenn ich nun ZUSAMMENSEIN, das ZUSAMMENSCHAFFEN, das Bewusstsein für die Gesamtheit der Menschen(gruppe) als Maßstab für KREATION für ERSCHAFFEN anlege, und das möchte ich, dann ist eine Künstlerin heute wohl eher eine Clochard, ein armer Teufel, eine hoffnungslose Träumerin, eine Visionärin, eine wahrhaft Reiche ohne Güter, eine Outsider. Eine Suchende, eine Empfindente, eine Inspirierende, jemand der Zusammenhänge anders denken kann. Jemand der zurücktritt vor sich selbst und der kollektiven Illusion. Demzufolge ein STÖRELEMENT. Jeder kann das sein! Es ist eine Entscheidung. Auf vielen Ebenen, aber vor allem mit dem Bewusstsein der Menschlichkeit des Zusammen. Für mich ist eine wahrhaft kreirende, jemand der der Lebendigkeit huldigen möchte. Dies kann natürlich auch in der Dystopie passieren! Jemand der weiter blickt, der die Sinne nicht verschliessen kann, weil eben diese Lebendigkeit in ihr pulsiert, das
fordert Tribute. Es ist eine Entscheidung jeden Tag neu. Wahre kreirende leben unbequem oder erlangen eine gewisse Bequemlichkeit durch Zufall.
Nobody.
Das Lebendige ist nicht bequem aber wahr. Kunst ist nicht bequem aber wahr. Worauf warten?
Do it yourself.“

Simone Isenmann (*1988) studierte Kunstpädagogik, Literatur- und Kulturwissenschaften an der JLU Gießen. Seit 2009 ist sie freischaffend künstlerisch tätig, 2010 war sie Gründungsmitglied der Gießener Künstlergruppe KARAWANE. Sie lebt mit ihrer Tochter im Süden Frankreichs, in den Hügeln Aveyrons, in Gemeinschaftsprojekten. Ihre künstlerische Arbeit, meist interdisziplinär, befasst sich mit dem Menschen als ständigem Grenzgänger, seiner Interaktion mit der Natur in und um ihm und möchte zum DIY, zum selbst in die Hand Nehmen, ermutigen.

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Samstag, 22.6 - Samstag, 29.6.
12 -15 Uhr
und
16 - 18 Uhr

Prototyp (Garten)
Georg-Philipp-Gail-Straße 5
35394 Gießen