Walerija Beitmann

Wi(e)derstehend - ein Teil davon

Malerei | DE


Die Ausstellung "Wi(e)derstehend" zeigt die Auseinandersetzung mit dem Verlust von kulturellen Räumen und ihrer Rekonstruktion, dem kollektiven Gedächtnis sowie dem Prozess des Erinnerns. Sowohl der Titel der Ausstellung als auch die dort gezeigten Arbeiten deuten auf die Zerstörung und das Verschwinden sowie den damit verbundenen Widerstand hin, der vielleicht zu einer bestimmten Zeit unserer Geschichte erfolglos war, jedoch in anderer Form in der Gegenwart wieder aufgegriffen und neu kontextualisiert wird. Insofern eröffnen die Exponate auch eine neue, zukunftsweisende Perspektive. Weiterhin wird eine andere, aber im Grunde nicht neue Sicht der Dinge aufgezeigt. Aus diesem Zusammenhang geht der Prozess des (Sich-) Erinnerns hervor, der durch Anwendung bestimmter formaler oder technischer Entscheidung sichtbar gemacht wird.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Ausstellung ist der Bezug zur jüdischen Kultur. Diese wird zwar im Kontext der tragischen Ereignisse der Pogromnacht von 1938 thematisiert, ihre Rezeption wird aber gleichzeitig in eine andere Richtung gelenkt. So zeigen die Malereien verschiedene Synagogen in Deutschland kurz vor ihrer Zerstörung im Jahre 1938. An die meisten erinnert eine heute dort befindliche Gedenktafel. Eine dieser Synagogen wurde in den 80ern mit Hilfe gesammelter Gelder restauriert und wird heute als Ort der kulturellen Begegnung genutzt. Die großformatigen Bilder zeigen jedoch nicht nur den Prozess des Verschwindens, sondern gleichzeitig auch den Prozess der Rehabilitation und den Zustand des Da-Seins.

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Freitag, 21.6. - Samstag, 29.6.
15 - 20 Uhr

Unterer Hardthof e.V.
Unterer Hardthof
35398 Gießen